Regenerative Landwirtschaft in die Stadt bringen

Soil HUB hat das erste Mal eine Veranstaltung zu regenerativer Landwirtschaft in Berlin auf die Beine gestellt! Samstagabend haben wir im Prinzessinnengarten den US-amerikanischen Film „Unbroken Ground“ (auch frei verfügbar im Internet unter diesem Link) gezeigt um danach das Podium mit dem Publikum diskutieren zu lassen, was es braucht, damit regenerative Anbauformen in Deutschland skalierbar sind. Die Podiumsteilnehmer*innen Julia Bar Tal (Landwirtschaftsmeisterin/OliB Bienenwerder), Ricarda Kandert (Geografin), Magnus Wessel (Leiter Naturschutz BUND) und Christian Kroll (Gründer/CEO ecosia) haben sehr unterschiedliche Perspektiven eingebracht, und vor allem noch mal auf die Tatsache hingewiesen, dass wir letztendlich gesellschaftlich bereits jetzt unheimlich viel Geld durch die EU Agrarsubventionen bereitstellen (europaweit jährlich 55 Milliarden Euro!), welches deutlich umkanalisiert werden müsste, um eine zukunftsfähige, regenerative Landwirtschaft zu sichern. Eine Änderung der EU Agrarförderpolitik steht derzeit in Verhandlung, mit breiter Forderung nach Umschichtung der Auszahlungen nach Flächengröße auf Maßnahmen Zahlungen, die gesellschaftlich gefordert sind, wie z.B. Boden- und Gewässerschutz sowie Förderung der Artenvielfalt. Eine weitere Herausforderung ist das Zusammendenken ökologischer und sozialer Bedürfnisse – derzeit läuft eine bewusste Spaltungskampagne aus dem rechten Spektrum, die darauf zielt gesellschaftliche Forderungen nach einer nachhaltigen Landwirtschaft als unsozial (da vermeintlich zu teuer und unrealistisch) zu deklarieren – doch konträr dazu orientieren sich immer mehr Landwirtschaftsbetriebe selbst, ob konventionell oder öko, regenerativen Praktiken zu. Bodenfruchtbarkeitskurse boomen, Agroforst ist auch im konventionellen Bereich angekommen. Das Ziel ist oft die Sicherung des betrieblichen Überlebens, welches bereits jetzt durch die Klimawandelauswirkungen gefährdert wird. Hier anzusetzen, und jenseits politischer und Anbauverbandsgräben eine Landwirtschaft zu fördern, die sich den gewaltigen Herausforderungen der nächsten Jahre anpassen kann und nicht die Ressourcen erodiert auf denen sie basiert, ist sinnvoll.